Fokus auf das Wesentliche: Zeit für sich, den Liebsten und neue Routinen
Die Fastenzeit steht wieder vor der Tür. Vielerorts hört man: „Ich brauche das nicht“, „Ich kann sowas jederzeit machen, dafür brauche ich keine bestimmte Zeit oder einen Anlass“ oder „Ich verzichte eh schon so oft auf so vieles, das ganze Jahr über“.
Diese Sätze klingen eher beschwerlich und mühsam.
Dennoch ist man mit der Fastenzeit und den Traditionen darum groß geworden, auch wenn sich so einiges in der Wichtigkeit und den Ansichten getan hat. Aber es regt einen immer wieder zum Nachdenken an.
Dabei kann man den Blick auf den Mehrwert legen und nicht auf den Verzicht – „das Mehr durch Weniger“, wie folgende Beispiele aufzeigen:
- Verzicht auf negative Nachrichten – mehr positive Nachrichten, Texte, Bilder konsumieren: Negative Emotionen wie Wut, Neid, Gier, Ängste, Sorgen reduzieren sich; die Stimmung erhellt sich spürbar.
- Verzicht auf Fernsehen – mehr Lesen, Yoga, Meditation oder Phantasiereisen: Dies fördert die Kreativität, die Vorstellungskraft wächst und neue Ideen finden an die Oberfläche.
- Verzicht auf Strom- /Lichtnutzung – mehr nach den natürlichen Rhythmen richten: Das Nervensystem beruhigt sich und der Körper beginnt, wieder mit dem Einklang der inneren Uhr zu arbeiten.
- Verzicht auf Bildschirmzeiten – mehr gemeinsames Kuscheln mit dem Partner, den Kindern oder Haustieren: Das stärkt das Immunsystem, baut Stresshormone ab und setzt Glückshormone frei.
- Weniger Handykonsum – mehr Nacken und Rückenentspannung: Sowie Entlastung für die Augen und deutlich erhöhte Schlafqualität.
- Verzicht auf Ablenkung während dem Essen – mehr Ruhe und Achtsamkeit: Dies ermöglicht es uns, unser natürliches Sättigungsgefühl wahrzunehmen. Es sorgt für eine gesunde Verdauung und steigert die Verträglichkeit. Zudem wird das Stresslevel gesenkt, da wir weniger Reizüberflutungen ausgesetzt sind, die sich auch unbewusst im Körper ansetzen können.
- Verzicht auf Fertigessen und „Fast Food“ – mehr selber, (gemeinsames) kochen: Man kann es als Übergang von Arbeit auf Freizeit sehen – man „schnippelt“ den Stress des Tages weg. Es wirkt wie eine aktive Meditation. Das gemeinsame Kochen und anschließende Essen schafft zudem einen festen Anker im Tag – eine Verbindung und gute Gespräche.
- Weniger nörgeln, kritisieren, jammern – mehr Gutes reden, übereinander und zueinander: Dies fördert die Wertschätzung und lernt uns, Gelegenheiten und Lösungen statt Probleme zu sehen.
- Verzicht auf Rolltreppen, Aufzüge – mehr Treppensteigen: Das stärkt das Herz-Kreislaufsystem, regt den Stoffwechsel an und bringt einen sanften Energieschub
- Weniger Autofahrten unnötiger Strecken – mehr zu Fuß gehen: Es pflegt die natürliche Bewegung des Menschen, aktiviert die mentale Hygiene; unsere Sinne für die Umgebung werden wieder sensibilisiert und wir können entschleunigen.
- Weniger Fremdbestimmung und Hektik – mehr Raum für bewusste Entspannung schaffen
Vielleicht findest du dich hier schon in dem einen oder andern Beispiel wieder – ein Moment an dem du dich ertappst und meinst: „Doch, da könnte ich tatsächlich mal was anders machen.“ Oder stehst an einem Punkt und sagst: „Ich würde gerne aus dem Hamsterrad raus.“ Hier kann die Fastenzeit als Starthilfe dienen und die Motivation aufrechterhalten.
Denn oft können genau diese kleinen Schritte, Größeres bewirken. Sie helfen uns den Blickwinkel zu verändern, uns auf neue Wege zu führen und uns selbst wieder näherzubringen.

